Burgen und Schlösser im Sauerland und Siegerland
Höhenburgen über engen Tälern, Ruinen im Wald und Residenzschlösser: das bergige Südwestfalen ist ein Burgenland.
Burgen und Schlösser: Sauerland und Siegerland
10 Einträge
| Burg oder Schloss | Ort | Typ |
|---|---|---|
| Burg Altena | Altena | Höhenburg |
| Burg Bilstein | Lennestadt | Höhenburg |
| Burg Schnellenberg | Attendorn | Höhenburg |
| Burg Schwarzenberg | Plettenberg | Burgruine |
| Ginsburg | Hilchenbach | Burgruine |
| Oberes Schloss | Siegen | Schloss / Residenz |
| Schloss Berleburg | Bad Berleburg | Schloss / Residenz |
| Schloss Herdringen | Arnsberg | Schloss / Residenz |
| Schloss Wocklum | Balve | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schlossruine Arnsberg | Arnsberg | Burgruine |
Grobe Einordnung nach heutigem Erscheinungsbild. Viele Anlagen wurden im Lauf der Jahrhunderte umgebaut, sodass mehrere Typen zutreffen können.
Höhenburgen im Mittelgebirge
Das Sauerland ist ein Mittelgebirge mit tief eingeschnittenen Tälern von Lenne, Ruhr, Volme, Bigge und vielen kleineren Flüssen. Für den Burgenbau war das ideal: Ein Bergsporn, der an drei Seiten steil abfällt, ließ sich mit wenig Aufwand sichern. Zur Bergseite trennte ein Halsgraben die Anlage, ein Bergfried überragte den Zugang. Diese Höhenburgen kontrollierten Talwege, Handelsstraßen und Zollstellen.
Politisch war das Sauerland zwischen mehreren Herrschaften aufgeteilt. Im Westen lag die Grafschaft Mark, deren Grafen ihren Namen ursprünglich von Altena ableiteten, im Osten das kurkölnische Herzogtum Westfalen. Beide Seiten sicherten ihre Grenzen mit Burgen. Viele davon verloren ab dem 16. Jahrhundert ihre Bedeutung und verfielen. Einige wurden im 19. und frühen 20. Jahrhundert wieder aufgebaut, oft getragen von Heimatvereinen und Kreisen.
Die bekanntesten Burgen
Burg Altena steht hoch über der Lenne und der gleichnamigen Stadt im Märkischen Kreis. Die Burg war Stammsitz der Grafen, aus denen die Grafen von der Mark hervorgingen. Nach langem Verfall wurde sie Anfang des 20. Jahrhunderts wieder aufgebaut. 1912 eröffnete dort eine Jugendherberge, die als erste ständige Jugendherberge der Welt gilt. Heute zeigt die Burg Museen, darunter die Weltjugendherberge, und ist über einen Erlebnisaufzug mit der Altstadt verbunden.
Burg Bilstein liegt auf einem Felsen bei Lennestadt im Kreis Olpe. Die Höhenburg wird als Jugendherberge genutzt und ist damit eines der wenigen Beispiele, wo Sie heute noch in einer mittelalterlichen Burg übernachten können. Burg Schnellenberg bei Attendorn ist eine große Burganlage über dem Biggetal, die als Hotel und Restaurant dient.
Rund um Arnsberg zeugen Reste vom Glanz der Grafen von Arnsberg und später der Kölner Kurfürsten: Die Schlossruine auf dem Schlossberg über der Altstadt ist frei zugänglich und ein schöner Aussichtspunkt. Im Arnsberger Stadtteil Herdringen steht das neugotische Schloss Herdringen, das privat genutzt wird. Bei Plettenberg liegt die Burgruine Schwarzenberg über dem Lennetal, bei Balve das Wasserschloss Wocklum, das ebenfalls in Privatbesitz ist.
Siegerland und Wittgenstein
Im Siegerland stehen zwei Schlösser mitten in Siegen. Das Obere Schloss auf dem Siegberg war Sitz der Grafen von Nassau und beherbergt das Siegerlandmuseum. Das Untere Schloss ist ein barocker Bau in der Unterstadt, der heute für Verwaltung und Hochschule genutzt wird. Im Wittgensteiner Land liegt Schloss Berleburg in Bad Berleburg, die Residenz der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, die bis heute von der Familie bewohnt wird. Bei Hilchenbach erinnert die Ruine der Ginsburg mit ihrem wieder aufgebauten Turm an die Burgen des Siegerlandes.
Burgen, Gewerbe und Grenzen
Das Sauerland war im Mittelalter keine abgelegene Waldregion, sondern ein Gewerbeland. Eisen und Holz waren reichlich vorhanden, an den Flüssen arbeiteten Hammerwerke und Drahtrollen. Altena wurde zu einem Zentrum der Drahtherstellung, und das Deutsche Drahtmuseum in der Stadt erzählt davon. Burgen schützten diese Wirtschaft, kontrollierten die Täler und dienten den Landesherren als Verwaltungssitze.
Lange verlief mitten durch das Sauerland eine Grenze: Der Westen gehörte zur Grafschaft Mark, der Osten zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen. Bis heute sprechen Einheimische vom märkischen und vom kurkölnischen Sauerland. Nach dem Ende des Alten Reiches kam das kurkölnische Gebiet zunächst an Hessen-Darmstadt und 1816 an Preußen.
Für Besucher hat das einen praktischen Nebeneffekt: Viele Burgen liegen in Orten mit eigenen Museen zur Wirtschaftsgeschichte, sodass sich ein Burgbesuch gut mit einem Blick in die Industrie- und Handwerksgeschichte der Region verbinden lässt.
Ausflugsideen für einen Tag
- Lennetal: Burg Altena mit Museen und Aufzug, danach über die Lenne-Route weiter Richtung Plettenberg mit der Ruine Schwarzenberg.
- Biggesee: Burg Schnellenberg in Attendorn und ein Spaziergang am Biggesee, für Familien kombiniert mit der Attahöhle.
- Arnsberg: Schlossruine und Altstadt zu Fuß, danach eine Runde im Arnsberger Wald.
- Siegen: Oberes und Unteres Schloss in der Stadt, beide fußläufig verbunden.
Gut zu wissen vor dem Besuch
Burgen im Sauerland liegen oft auf Anhöhen. Rechnen Sie mit steilen Zuwegen, Treppen und Kopfsteinpflaster. Für Kinderwagen und Rollstühle sind nicht alle Anlagen geeignet. Burg Altena ist dank Aufzug vergleichsweise gut erreichbar. Im Winter können Wege vereist sein, manche Museen schließen außerhalb der Saison oder öffnen nur am Wochenende.
Wer mehr über die Jugendherbergen auf Burgen und andere Übernachtungsmöglichkeiten erfahren möchte, findet Hinweise im Bereich Ausflüge zu Burgen. Die Begriffe Halsgraben, Bergfried und Schildmauer erklärt das Burgenlexikon. Angrenzende Burgenregionen sind das Ruhrgebiet und das Bergische Land.
Burgporträts: Sauerland und Siegerland
- Burg Altena
Höhenburg über der Lenne, Wiege der Grafschaft Mark und Geburtsort der Jugendherbergsidee, heute mit Museen und Aufzug aus der Altstadt.
- Burg Bilstein
Eine Höhenburg auf dem Felsen über dem Dorf Bilstein, in der Sie heute als Gast der Jugendherberge übernachten können.
- Burg Schnellenberg
Eine der größten Burganlagen des Sauerlandes, hoch über dem Biggetal, heute Hotel und Ausgangspunkt für Ausflüge an den Biggesee.
Fragen und Antworten
- Welche Burg im Sauerland sollte man gesehen haben?
- Burg Altena ist die bekannteste. Die Höhenburg über der Lenne beherbergt Museen und die Weltjugendherberge, die an die Gründung der ersten ständigen Jugendherberge erinnert. Ein Erlebnisaufzug verbindet die Burg mit der Altstadt. Ebenfalls lohnend sind Burg Bilstein und Burg Schnellenberg.
- Kann man im Sauerland auf einer Burg übernachten?
- Ja. Auf Burg Bilstein bei Lennestadt betreibt das Deutsche Jugendherbergswerk eine Jugendherberge, Burg Schnellenberg in Attendorn ist ein Hotel. Die Belegung und Preise ändern sich, prüfen Sie deshalb direkt beim Anbieter.
- Gehört das Siegerland zum Sauerland?
- Nein, das Siegerland und das Wittgensteiner Land sind eigene Landschaften im Süden Westfalens. Für die Burgenregion fassen wir sie mit dem Sauerland zusammen, weil die Anlagen ähnlich sind und sich gut in einer Reise verbinden lassen.
Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich, bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen. Fehler gefunden? Hinweis an die Redaktion.