Burgen und Schlösser am Niederrhein
Wasserburgen in der Ebene, Schlösser mit berühmten Gärten und die Schwanenburg über Kleve: Burgen zwischen Rhein und Maas.
Burgen und Schlösser: Niederrhein
6 Einträge
| Burg oder Schloss | Ort | Typ |
|---|---|---|
| Burg Brüggen | Brüggen | Wasserburg / Wasserschloss |
| Burg Linn | Krefeld | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schloss Dyck | Jüchen | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schloss Moers | Moers | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schloss Moyland | Bedburg-Hau | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schwanenburg | Kleve | Höhenburg |
Grobe Einordnung nach heutigem Erscheinungsbild. Viele Anlagen wurden im Lauf der Jahrhunderte umgebaut, sodass mehrere Typen zutreffen können.
Wasser, Weite und alte Herzogtümer
Der Niederrhein ist eine weite, flache Landschaft mit Altrheinarmen, Kopfweiden und großen Höfen. Im Mittelalter teilten sich hier vor allem das Herzogtum Kleve, das Herzogtum Geldern, das kurkölnische Erzstift und kleinere Herrschaften wie die Grafschaft Moers das Land. Weil Berge fehlen, schützten sich Burgherren mit Wassergräben, ähnlich wie im Münsterland. Viele Wasserburgen wurden später zu Schlössern ausgebaut, einige erhielten im 19. Jahrhundert ein neues, romantisches Gesicht.
Für das Burgenverzeichnis fassen wir unter Niederrhein die Kreise Kleve, Wesel und Viersen, den Raum Krefeld und Mönchengladbach sowie den Rhein-Kreis Neuss zusammen. Die Grenzen zum Rheinland und zum Ruhrgebiet sind fließend.
Die bekanntesten Anlagen
Schloss Moyland in Bedburg-Hau bei Kleve ist ein Wasserschloss mit mittelalterlichem Kern, das im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil umgestaltet wurde. Seit den 1990er-Jahren ist es ein Kunstmuseum, dessen Sammlung besonders für ihre Werke von Joseph Beuys bekannt ist. Der Park mit alten Bäumen und Gartenbereichen gehört zum Besuch dazu.
Schloss Dyck in Jüchen ist eine Wasserburg mit Vorburgen, die von einem weitläufigen Landschaftspark umgeben ist. Eine Stiftung betreibt die Anlage als Ort der Gartenkunst, mit Themengärten, Veranstaltungen und Ausstellungen. Für Gartenfreunde zählt Dyck zu den lohnendsten Zielen im ganzen Land.
Burg Linn in Krefeld ist eine Wasserburg mit hoher Ringmauer, in der Nähe des alten Ortskerns von Linn. Ein Museum zeigt Funde aus der Region und Räume der Burg. Rund um die Burg liegt ein kleiner Park, der Ort selbst lädt zu einem Spaziergang ein.
Die Schwanenburg in Kleve steht auf einem Hügel über der Stadt und war Sitz der Grafen und späteren Herzöge von Kleve. Ihr Schwanenturm ist das Wahrzeichen der Stadt. Die Burg wird heute unter anderem von Justiz und Verwaltung genutzt, Teile sind für Besucher zugänglich. Der Name verweist auf die Sage vom Schwanenritter, die Richard Wagner in seiner Oper Lohengrin aufgriff.
Schloss Moers ist ein Wasserschloss im Schlosspark der Stadt und beherbergt das Grafschafter Museum. Burg Brüggen im Kreis Viersen ist eine Wasserburg im Ortskern von Brüggen, die heute ein Museum beherbergt und sich gut mit einem Bummel durch den Ort und einer Radtour durch das Schwalm-Nette-Gebiet verbinden lässt.
Geschichte in Kürze
Die prägende Macht am unteren Niederrhein war das Grafenhaus von Kleve, das 1417 zum Herzogtum aufstieg. Von der Schwanenburg aus regierten die Herzöge ein Gebiet, das zeitweise weit über den heutigen Kreis Kleve hinausreichte. Im Süden und Westen grenzte das Herzogtum Geldern an, im Osten lagen Gebiete des Kölner Erzbischofs, dazwischen kleinere Herrschaften wie die Grafschaft Moers.
Als die Linie der Herzöge von Jülich-Kleve-Berg Anfang des 17. Jahrhunderts ausstarb, stritten mehrere Fürstenhäuser um das Erbe. Im Vertrag von Xanten 1614 wurde das Land vorläufig geteilt, Kleve fiel an Brandenburg und damit später an Preußen. Unter dem brandenburgischen Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siegen entstanden in Kleve im 17. Jahrhundert weitläufige Gartenanlagen, deren Achsen bis heute im Stadtbild zu erkennen sind.
Für Burgenfreunde bedeutet das: Viele Anlagen am Niederrhein erzählen weniger von Belagerungen als von Hofhaltung, Verwaltung und Gartenkunst. Das macht die Region besonders reizvoll für Ausflüge, bei denen Parks und Gärten genauso wichtig sind wie Mauern und Türme.
Ausflugsideen für einen Tag
- Kleve und Umgebung: Schwanenburg und Klever Gärten am Vormittag, Schloss Moyland mit Museum und Park am Nachmittag.
- Krefeld: Burg Linn mit Museum, danach ein Spaziergang durch den alten Ortskern.
- Jüchen: Ein ganzer Tag in den Gärten und im Park von Schloss Dyck, besonders schön im Frühling und Herbst.
- Grenzland: Burg Brüggen mit dem Fahrrad, kombiniert mit Wegen durch das Naturschutzgebiet an Schwalm und Nette.
Gut zu wissen vor dem Besuch
Der Niederrhein ist Radfahrland. Viele Burgen liegen an gut ausgebauten Radwegen und lassen sich zu Touren verbinden. Museen und Gärten haben in der Regel Öffnungszeiten, die sich nach der Saison richten, und im Winter teils eingeschränkte Zeiten. Für größere Veranstaltungen in Gärten und Parks werden oft eigene Eintrittskarten verkauft.
Weitere Ausflugsziele für Familien finden Sie unter Ausflüge zu Burgen, die schönsten Gärten und Parks sind auch Thema im Ratgeber Feiern und Heiraten im Schloss. Die Begriffe rund um Wasserburgen erklärt das Burgenlexikon. Angrenzend liegen die Regionen Rheinland und Eifel, Münsterland und Ruhrgebiet.
Burgporträts: Niederrhein
- Schloss Moyland
Neugotisches Wasserschloss in Bedburg-Hau mit Kunstmuseum, einer der größten Sammlungen zu Joseph Beuys und einem Park mit Gärten.
- Schloss Dyck
Wasserburg im Rhein-Kreis Neuss mit einem der bedeutendsten Landschaftsparks im Rheinland und modernen Gärten, betrieben als Ort der Gartenkunst.
- Burg Linn
Wasserburg mit mächtiger Ringmauer am alten Ortskern von Linn, mit Jagdschloss, Museum und Funden aus römischer und fränkischer Zeit.
Fragen und Antworten
- Was kann man in Schloss Moyland sehen?
- Schloss Moyland in Bedburg-Hau ist ein Wasserschloss, das im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil umgebaut wurde. Heute beherbergt es ein Kunstmuseum mit einer großen Sammlung zu Joseph Beuys. Der Schlosspark ist ebenfalls sehenswert.
- Lohnt sich Schloss Dyck auch für Gartenfreunde?
- Ja, Schloss Dyck in Jüchen ist vor allem für seine Gärten und den Landschaftspark bekannt. Die Anlage versteht sich als Ort der Gartenkunst und zeigt neben historischen Parkbereichen auch moderne Gartengestaltung.
- Was hat es mit der Schwanenburg in Kleve auf sich?
- Die Schwanenburg war Sitz der Grafen und Herzöge von Kleve. Ihr Name verweist auf die Schwanenrittersage, die mit Kleve verbunden ist und durch die Lohengrin-Oper von Richard Wagner bekannt wurde. Der Schwanenturm prägt die Silhouette der Stadt.
Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich, bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen. Fehler gefunden? Hinweis an die Redaktion.