Burgen und Schlösser in Ostwestfalen-Lippe
Festungen am Teutoburger Wald, Residenzen der Weserrenaissance und ein Welterbe an der Weser: Burgen im Nordosten des Landes.
Burgen und Schlösser: Ostwestfalen-Lippe
7 Einträge
| Burg oder Schloss | Ort | Typ |
|---|---|---|
| Burg Ravensberg | Borgholzhausen | Burgruine |
| Residenzschloss Detmold | Detmold | Schloss / Residenz |
| Schloss Brake | Lemgo | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schloss Corvey | Höxter | Schloss / Residenz |
| Schloss Rheda | Rheda-Wiedenbrück | Wasserburg / Wasserschloss |
| Sparrenburg | Bielefeld | Höhenburg |
| Wewelsburg | Büren | Höhenburg |
Grobe Einordnung nach heutigem Erscheinungsbild. Viele Anlagen wurden im Lauf der Jahrhunderte umgebaut, sodass mehrere Typen zutreffen können.
Zwischen Teutoburger Wald und Weser
Ostwestfalen-Lippe umfasst die Region um Bielefeld, Paderborn, Detmold, Minden und Höxter. Der Teutoburger Wald und das Eggegebirge ziehen sich als Höhenzüge durch das Land, im Osten fließt die Weser. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit teilten sich hier unter anderem die Grafschaft Ravensberg, das Fürstbistum Paderborn, das Fürstbistum Minden und die Grafschaft und das spätere Fürstentum Lippe die Herrschaft. Entsprechend vielfältig ist das Erbe: Festungen auf den Höhen, Residenzschlösser in den Städten, Wasserschlösser in den Ebenen.
Besonders prägend ist die Weserrenaissance, ein reich verzierter Baustil des 16. Jahrhunderts, der vom Handel und Wohlstand der Region erzählt.
Die bekanntesten Anlagen
Die Sparrenburg ist das Wahrzeichen von Bielefeld. Sie liegt auf dem Kamm des Teutoburger Waldes direkt über der Altstadt. Gegründet im 13. Jahrhundert, wurde sie in der frühen Neuzeit zu einer Festung mit mächtigen Rondellen ausgebaut. Ein hoher Turm bietet einen weiten Blick, unter der Burg verlaufen Kasematten und Gänge, die bei Führungen zugänglich sind.
Die Wewelsburg bei Büren im Kreis Paderborn hat eine auffällige dreieckige Grundform. Sie entstand im frühen 17. Jahrhundert als Nebenresidenz der Paderborner Fürstbischöfe. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie von der SS-Führung in Beschlag genommen und umgestaltet, für die Bauarbeiten mussten Häftlinge eines eigens errichteten Konzentrationslagers Zwangsarbeit leisten. Heute zeigt die Wewelsburg ein historisches Museum und eine Erinnerungs- und Gedenkstätte, die diese Geschichte aufarbeitet. Ein Teil der Burg ist eine Jugendherberge.
Das Residenzschloss Detmold liegt mitten in der Stadt und ist bis heute Sitz der fürstlichen Familie zur Lippe. Teile des Schlosses sind bei Führungen zu sehen. Schloss Brake in Lemgo ist ein Wasserschloss, in dem das Weserrenaissance-Museum den Baustil und die Kultur der Region erklärt.
Schloss Corvey bei Höxter an der Weser ist eine ehemalige Reichsabtei, die nach der Säkularisation zum Schloss wurde. Das karolingische Westwerk und die Civitas Corvey gehören seit 2014 zum UNESCO-Welterbe. Im Schloss erinnert eine Ausstellung an den Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der in Corvey als Bibliothekar arbeitete.
Schloss Rheda in Rheda-Wiedenbrück ist ein Wasserschloss mit Park und mittelalterlichem Kern, das in Privatbesitz ist und zu bestimmten Zeiten Führungen anbietet. Bei Borgholzhausen liegt auf einem Höhenzug des Teutoburger Waldes die Ruine der Burg Ravensberg, die der gleichnamigen Grafschaft ihren Namen gab.
Was die Region besonders macht
Ostwestfalen-Lippe zeigt wie kaum eine andere Region in Nordrhein-Westfalen den Übergang von der Burg zur Festung und zum Schloss. Die Sparrenburg steht für den Ausbau einer mittelalterlichen Burg zur Festung, die mit Kanonen verteidigt werden konnte. Die Wewelsburg ist dagegen schon als Schloss der Renaissance entstanden, das nur noch äußerlich an eine Burg erinnert. Die Residenzen in Detmold und Brake zeigen, wie Landesherren und Adel im 16. Jahrhundert mit prächtigen Giebeln und Erkern Wohlstand und Rang darstellten.
Dazu kommt eine große Zahl von Adelssitzen und Wasserschlössern in den Ebenen zwischen Teutoburger Wald und Weser, die meist privat bewohnt sind. Viele davon sind nur von außen oder bei besonderen Anlässen wie dem Tag des offenen Denkmals zu sehen.
Wer die Region mit dem Rad erkunden möchte, findet entlang der Weser und am Rand des Teutoburger Waldes gut ausgebaute Wege. Wanderer verbinden die Sparrenburg und die Ruine Ravensberg mit Etappen auf dem Hermannsweg, der über den Kamm des Teutoburger Waldes führt.
Ausflugsideen für einen Tag
- Bielefeld: Sparrenburg mit Turm, Spaziergang hinunter in die Altstadt, am Nachmittag Wanderung auf dem Hermannsweg über den Kamm des Teutoburger Waldes.
- Paderborner Land: Wewelsburg mit Museum und Gedenkstätte. Planen Sie dafür ausreichend Zeit ein, die Ausstellung ist umfangreich.
- Lippe: Residenzschloss Detmold in der Altstadt, danach Schloss Brake in Lemgo mit dem Weserrenaissance-Museum.
- Weserbergland: Schloss Corvey mit Welterbe-Ausstellung, verbunden mit einer Radtour auf dem Weserradweg.
Gut zu wissen vor dem Besuch
In Ostwestfalen-Lippe sind viele Schlösser noch im Besitz alter Adelsfamilien. Sie öffnen ihre Räume nur bei Führungen oder an bestimmten Tagen. Museen wie in der Wewelsburg oder in Schloss Brake haben feste Öffnungszeiten, die sich nach Saison und Ferien richten. Für die Gedenkstätte in der Wewelsburg empfiehlt sich ein Besuch ohne Zeitdruck, für Schulklassen und Gruppen gibt es eigene Angebote.
Wie aus Festungen Residenzen wurden, erklärt der Bereich Mittelalter-Wissen mit Zeittafel. Begriffe wie Rondell, Kasematte und Westwerk stehen im Burgenlexikon. Das Münsterland und das Sauerland grenzen an.
Burgporträts: Ostwestfalen-Lippe
Fragen und Antworten
- Was ist das Besondere an der Wewelsburg?
- Die Wewelsburg bei Büren hat eine dreieckige Grundform, die bei Burgen und Schlössern in Deutschland sehr selten ist. Sie entstand im frühen 17. Jahrhundert als Nebenresidenz der Paderborner Fürstbischöfe. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie von der SS vereinnahmt. Heute beherbergt sie ein historisches Museum und eine Erinnerungs- und Gedenkstätte.
- Ist die Sparrenburg frei zugänglich?
- Das Burggelände der Sparrenburg in Bielefeld ist in der Regel tagsüber frei zugänglich. Für den Turm und die unterirdischen Gänge gelten eigene Öffnungszeiten und Führungen. Prüfen Sie die aktuellen Angaben der Stadt vor dem Besuch.
- Was bedeutet Weserrenaissance?
- Mit Weserrenaissance bezeichnet man einen Baustil des 16. und frühen 17. Jahrhunderts im Weserbergland und seinem Umland. Typisch sind reich verzierte Giebel, Erker und Utluchten sowie Schmuckformen wie Kerbschnitt und Beschlagwerk. In Ostwestfalen-Lippe zeigen das Residenzschloss Detmold und Schloss Brake in Lemgo diesen Stil.
Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich, bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen. Fehler gefunden? Hinweis an die Redaktion.