Ausflüge zu Burgen: Museen, Jugendherbergen und Tipps für Familien
Museen im Schloss, Übernachten auf der Burg, Ausflüge mit Kindern und praktische Tipps für die Planung.
Den Ausflug planen
Burgen sind dankbare Ausflugsziele: Sie liegen oft an schönen Orten, erzählen Geschichte zum Anfassen und lassen sich mit Spaziergängen, Radtouren oder einem Besuch in der Altstadt verbinden. Damit der Tag gelingt, hilft ein wenig Planung.
Region wählen. Nordrhein-Westfalen ist groß, die Burgenregionen unterscheiden sich stark. Wasserburgen im Münsterland lassen sich bequem mit dem Fahrrad verbinden, Höhenburgen im Sauerland und in der Eifel eher mit Wanderungen. Das Burgenverzeichnis zeigt, welche Anlagen in welcher Region liegen.
Öffnungszeiten prüfen. Viele Museen in Burgen und Schlössern haben saisonale Öffnungszeiten, sind montags geschlossen oder öffnen im Winter nur am Wochenende. Innenräume von Residenzen sind oft nur mit Führung zu sehen. Parks und Außenanlagen haben eigene Zeiten. Auch kurzfristige Schließungen wegen Veranstaltungen oder Sanierungen kommen vor. Der Blick auf die Website des Betreibers am Vortag erspart Enttäuschungen.
Nicht zu viel vornehmen. Zwei Burgen mit Innenbesichtigung und eine dritte von außen sind für einen Tag ein guter Rahmen. Wer Kinder dabeihat, plant lieber eine Anlage mit Pausen, Park und Spielplatz in der Nähe.
Museen im Schloss
Viele Burgen und Schlösser in NRW beherbergen Museen. Manche zeigen die Geschichte der Anlage selbst, ihre Räume, Waffen und Bewohner. Andere nutzen die historischen Mauern als Rahmen für ganz andere Sammlungen: Kunst, Regionalgeschichte, Naturkunde oder Gartenkunst. Einige Beispiele:
- Burg Altena zeigt Museen zur Burg und Region sowie die Weltjugendherberge, die an die Anfänge der Jugendherbergsbewegung erinnert.
- Schloss Burg in Solingen verbindet Burgräume, Rüstungen und Ausstellungen zur bergischen Geschichte.
- Schloss Moyland am Niederrhein ist ein Kunstmuseum mit einer großen Sammlung zu Joseph Beuys.
- Schloss Benrath in Düsseldorf beherbergt neben den historischen Räumen Museen zur Gartenkunst und zur Naturkunde.
- Die Wewelsburg bei Büren zeigt ein historisches Museum und eine Erinnerungs- und Gedenkstätte zur Zeit des Nationalsozialismus.
- Schloss Brake in Lemgo erklärt im Weserrenaissance-Museum Baukunst und Kultur der Region.
- Burg Nideggen in der Eifel beherbergt ein Burgenmuseum.
Viele Museen bieten Familienführungen, Ferienprogramme und Audioguides an. Fragen Sie nach Kombitickets, wenn mehrere Einrichtungen am selben Ort liegen.
Übernachten auf der Burg
Eine Nacht hinter dicken Mauern ist für viele ein besonderes Erlebnis. In Nordrhein-Westfalen gibt es dafür zwei Wege. Der günstigere führt in die Jugendherbergen: Das Deutsche Jugendherbergswerk betreibt Häuser auf Burgen, etwa auf Burg Bilstein bei Lennestadt und in der Wewelsburg bei Büren. Burg Altena ist eng mit der Geschichte der Jugendherbergen verbunden, denn dort eröffnete 1912 eine Herberge, die als erste ständige Jugendherberge der Welt gilt. Jugendherbergen stehen nicht nur Jugendlichen offen, sondern auch Familien und Gruppen, in der Regel mit Mitgliedschaft im Jugendherbergswerk.
Der zweite Weg sind Hotels in Burgen und Schlössern, vom einfachen Gasthof in der Vorburg bis zum Luxushotel. Bekannte Beispiele sind Burg Schnellenberg in Attendorn, Schloss Hugenpoet in Essen und Schloss Bensberg in Bergisch Gladbach. Ob ein Zimmer im historischen Teil liegt oder in einem Neubau, unterscheidet sich stark. Wir vermitteln keine Übernachtungen, die Buchung läuft immer direkt über den jeweiligen Anbieter.
Burgen mit Kindern
Kinder erleben Burgen anders als Erwachsene. Sie interessieren sich für Türme, Verliese, Rüstungen und Geheimgänge, weniger für Jahreszahlen. Einige Tipps:
- Vorher erzählen. Wer weiß, was ein Bergfried oder eine Zugbrücke ist, entdeckt vor Ort mehr. Das Burgenlexikon hilft dabei.
- Bewegung einplanen. Ein Aufstieg zur Ruine, ein Rundweg um die Gräfte oder ein Spielplatz in der Nähe gleicht ruhige Museumszeit aus.
- Familienangebote nutzen. Viele Burgen haben Kinderführungen, Rätselhefte, Verkleidungsecken oder Ferienaktionen.
- Feste besuchen. Mittelaltermärkte und Ritterspiele machen Geschichte lebendig. Welche Formate es gibt, steht im Überblick Mittelaltermärkte und Ritterspiele.
- Sicherheit beachten. Gräften, Mauern und Felskanten sind nicht gesichert wie ein Spielplatz. Kinder gehören an steilen Stellen an die Hand.
Anreise mit Bus und Bahn
Viele Burgen in Städten sind gut mit dem Nahverkehr erreichbar, etwa Schloss Augustusburg in Brühl, Schloss Benrath in Düsseldorf oder die Sparrenburg in Bielefeld. Ländliche Wasserburgen und Höhenburgen erreichen Sie oft nur mit Bus und einem Fußweg, an Wochenenden fahren manche Linien seltener. Eine Kombination aus Bahn und Fahrrad ist besonders im Münsterland und am Niederrhein praktisch.
Was Sie mitnehmen sollten
Feste Schuhe für Kopfsteinpflaster, Treppen und Waldwege, eine Jacke auch im Sommer, denn in dicken Mauern ist es kühl, und etwas zu trinken. Für Burgen auf Anhöhen lohnt ein Fernglas. Fotografieren ist meist erlaubt, in Museen manchmal nur ohne Blitz. Drohnen dürfen über vielen Anlagen nicht fliegen, prüfen Sie die Regeln vor dem Start.
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Fragen und Antworten
- Welche Burgen in NRW sind gut für Kinder?
- Gut geeignet sind Anlagen, auf denen Kinder sich bewegen und etwas entdecken können: Burg Altena mit Museen und Aufzug, Schloss Burg mit Rüstungen und Ausblick, Wasserburgen mit Park wie Burg Vischering oder die Wasserburg Anholt mit dem nahen Wildpark. Ruinen auf Anhöhen wie die Hohensyburg verbinden den Besuch mit einer kleinen Wanderung.
- Kann man in NRW auf einer Burg übernachten?
- Ja. Das Deutsche Jugendherbergswerk betreibt Jugendherbergen auf mehreren Burgen in Nordrhein-Westfalen, etwa auf Burg Bilstein im Sauerland und in der Wewelsburg. Daneben gibt es Hotels in Burgen und Schlössern. Belegung, Preise und Bedingungen ändern sich, prüfen Sie deshalb direkt beim Anbieter.
- Wie viel Zeit sollte ich für eine Burgbesichtigung einplanen?
- Für eine Burg mit Museum sollten Sie eine bis zwei Stunden rechnen, für große Anlagen mit Park wie Schloss Augustusburg in Brühl oder Schloss Dyck eher einen halben Tag. Ruinen ohne Ausstellung sind in einer halben Stunde besichtigt, mit Wanderung entsprechend länger.
- Sind Burgen barrierefrei?
- Selten vollständig. Historische Gebäude haben Treppen, Schwellen und Kopfsteinpflaster, Höhenburgen steile Zugänge. Manche Anlagen haben Aufzüge oder barrierearme Bereiche nachgerüstet. Fragen Sie vorher beim Betreiber nach, welche Bereiche zugänglich sind.
Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich, bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen. Fehler gefunden? Hinweis an die Redaktion.