Burgen und Schlösser im Ruhrgebiet
Wasserschlösser im Emscherland, Burgruinen über dem Ruhrtal: das Revier ist reicher an Burgen, als viele denken.
Burgen und Schlösser: Ruhrgebiet
17 Einträge
| Burg oder Schloss | Ort | Typ |
|---|---|---|
| Burg Altendorf | Essen | Burgruine |
| Burg Blankenstein | Hattingen | Höhenburg |
| Burg Hardenstein | Witten | Burgruine |
| Burg Volmarstein | Wetter (Ruhr) | Burgruine |
| Haus Kemnade | Hattingen | Wasserburg / Wasserschloss |
| Hohensyburg | Dortmund | Burgruine |
| Schloss Berge | Gelsenkirchen | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schloss Bodelschwingh | Dortmund | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schloss Borbeck | Essen | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schloss Broich | Mülheim an der Ruhr | Schloss / Residenz |
| Schloss Herten | Herten | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schloss Hohenlimburg | Hagen | Höhenburg |
| Schloss Horst | Gelsenkirchen | Schloss / Residenz |
| Schloss Hugenpoet | Essen | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schloss Lembeck | Dorsten | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schloss Strünkede | Herne | Wasserburg / Wasserschloss |
| Schloss Wittringen | Gladbeck | Wasserburg / Wasserschloss |
Grobe Einordnung nach heutigem Erscheinungsbild. Viele Anlagen wurden im Lauf der Jahrhunderte umgebaut, sodass mehrere Typen zutreffen können.
Burgen zwischen Fördertürmen und Flussauen
Wer an das Ruhrgebiet denkt, sieht zuerst Zechen, Hochöfen und Fördertürme. Doch lange vor der Industrialisierung war die Region eine Landschaft aus Dörfern, Adelssitzen und kleinen Territorien. Die Grafschaft Mark, das Vest Recklinghausen, das Stift Essen und andere Herrschaften grenzten hier aneinander. Entsprechend dicht war das Netz aus Burgen, Rittersitzen und Wasserhäusern. Viele davon sind verschwunden, manche aber erstaunlich gut erhalten, oft mitten zwischen Wohnsiedlungen und Industriedenkmälern.
Geografisch lässt sich das Revier grob zweiteilen. Im Süden hat sich die Ruhr tief in das Bergland eingeschnitten. Dort stehen Höhenburgen und Ruinen auf Bergspornen über dem Fluss. Nach Norden, Richtung Emscher und Lippe, wird das Land flach. Hier dominieren Wasserschlösser, ähnlich wie im benachbarten Münsterland.
Ruinen und Höhenburgen im Ruhrtal
Die Hohensyburg im Süden von Dortmund ist einer der geschichtsträchtigsten Orte der Region. Auf dem Syberg lag schon zur Zeit der Sachsenkriege Karls des Großen eine Befestigung. Die heute sichtbare Ruine stammt von einer späteren mittelalterlichen Burg. Auf dem Gelände stehen außerdem ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal und der Vincketurm, unterhalb glitzert der Hengsteysee. Der Ort ist frei zugänglich und ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen.
Burg Blankenstein in Hattingen thront über dem Ruhrtal, der erhaltene Turm bietet einen weiten Blick. Unterhalb liegt der historische Ortskern von Blankenstein. Ebenfalls in Hattingen, aber unten am Fluss, steht Haus Kemnade, eine Wasserburg am Kemnader See, die Ausstellungen beherbergt und sich gut mit einem Spaziergang am See verbinden lässt.
Schloss Hohenlimburg in Hagen ist eine Höhenburg über dem Lennetal, die als Museum zugänglich ist. Weitere Ruinen an der Ruhr sind Burg Hardenstein in Witten, Burg Volmarstein in Wetter und Burg Altendorf in Essen. Sie lassen sich ideal mit Etappen auf dem Ruhrtalradweg oder auf Wanderwegen entlang des Flusses kombinieren.
Wasserschlösser im nördlichen Revier
Schloss Herten ist ein Wasserschloss mit einem großen, frei zugänglichen Schlosspark, der zu Spaziergängen einlädt. Schloss Strünkede in Herne liegt ebenfalls im Wasser und beherbergt ein Museum zur Geschichte der Region. Schloss Wittringen in Gladbeck ist eine kleine Wasserburg mitten in einem Volkspark.
In Gelsenkirchen stehen zwei sehr unterschiedliche Anlagen: Schloss Berge im Stadtteil Buer, ein Wasserschloss mit Park und See, und Schloss Horst, eines der frühen Renaissanceschlösser Westfalens, das heute als Kultur- und Veranstaltungsort genutzt wird. Am Nordrand des Ruhrgebiets liegt Schloss Lembeck in Dorsten, ein barockes Wasserschloss mit Museum und Park, das schon den Charakter des Münsterlandes vorwegnimmt.
Schloss Hugenpoet in Essen-Kettwig ist ein Wasserschloss an der Ruhr, das als Hotel genutzt wird und vor allem von außen und aus dem Park zu sehen ist. In Mülheim an der Ruhr erinnert Schloss Broich an die frühe Geschichte der Stadt, in Essen liegt Schloss Borbeck mit Park, und in Dortmund steht das Wasserschloss Bodelschwingh, das privat bewohnt ist.
Geschichte in Kürze
Vor der Industrialisierung war das heutige Ruhrgebiet politisch zersplittert. Dortmund war eine freie Reichsstadt, Essen gehörte zu einem Frauenstift, dessen Äbtissinnen Landesherrinnen waren. Große Teile im Süden und Osten zählten zur Grafschaft Mark, das Vest Recklinghausen im Norden zum Kurfürstentum Köln. Jede dieser Herrschaften hatte Burgen, Amtshäuser und Rittersitze, an denen Abgaben eingezogen und Recht gesprochen wurde.
Mit Kohle und Stahl änderte sich im 19. Jahrhundert alles. Städte wuchsen rasant, viele kleine Adelssitze verschwanden unter Siedlungen und Zechen. Andere blieben erhalten, weil Städte sie kauften und als Museum, Bürgerhaus oder Verwaltung nutzten. So erklärt sich, warum Sie im Ruhrgebiet heute Wasserschlösser mitten in Stadtparks finden. Gerade dieser Kontrast zwischen Burg und Förderturm macht den Reiz einer Burgentour durch das Revier aus.
Ausflugsideen für einen Tag
- Dortmund-Syburg: Hohensyburg mit Denkmal und Aussicht, danach hinunter zum Hengsteysee.
- Hattingen: Burg Blankenstein am Vormittag, Haus Kemnade und Kemnader See am Nachmittag, verbunden über Wege im Ruhrtal.
- Emscherland: Schloss Strünkede und Schloss Herten, beide mit Park, gut mit Bus und Bahn zu erreichen.
- Gelsenkirchen: Schloss Horst und Schloss Berge an einem Tag, dazu ein Abstecher zu den Industriedenkmälern der Stadt.
Gut zu wissen vor dem Besuch
Viele Schlösser im Ruhrgebiet gehören heute Städten und werden als Museum, Standesamt, Volkshochschule oder Veranstaltungsort genutzt. Das hat einen Vorteil: Parks und Außenanlagen sind meist frei zugänglich. Die Innenräume öffnen dagegen nur zu bestimmten Zeiten oder bei Veranstaltungen. Ruinen auf Anhöhen sind in der Regel frei zugänglich, Wege können nach Regen aber rutschig sein.
Mehr über die Burgtypen und ihre Bestandteile erfahren Sie im Burgenlexikon. Tipps für Ausflüge mit Kindern und Museen im Schloss stehen im Bereich Ausflüge zu Burgen, die Nachbarregionen finden Sie unter Münsterland, Bergisches Land und Sauerland und Siegerland.
Burgporträts: Ruhrgebiet
- Hohensyburg
Sachsenburg, Burgruine und Aussichtspunkt über Ruhr und Hengsteysee: der Syberg ist einer der geschichtsträchtigsten Orte im Revier.
- Schloss Lembeck
Ein barockes Wasserschloss mit Vorburg, Gräften und Park, wo das Ruhrgebiet schon wie das Münsterland aussieht.
- Haus Kemnade
Eine Wasserburg in der Ruhraue, direkt am Kemnader See, mit Ausstellungen im Inneren und Spazierwegen vor der Tür.
- Schloss Hugenpoet
Ein barockes Wasserschloss in der Ruhraue bei Kettwig, heute Hotel und vor allem von außen ein lohnendes Ziel.
- Schloss Herten
Ein Wasserschloss mit Gräften und ein weitläufiger Park mit altem Baumbestand: Schloss Herten ist eines der ruhigsten Ausflugsziele im nördlichen Revier.
- Schloss Berge
Wasserschloss, Schlossgarten und Berger See: Schloss Berge in Buer verbindet einen Adelssitz mit einem der beliebtesten Naherholungsgebiete Gelsenkirchens.
- Schloss Horst
Steinmetzkunst des 16. Jahrhunderts, moderne Ergänzungen aus Glas und Stahl: Schloss Horst zeigt, wie ein halb verfallenes Renaissanceschloss neu genutzt wird.
- Burg Blankenstein
Ein Turm hoch über der Ruhr, ein Burghof, ein kleiner historischer Ortskern: Burg Blankenstein ist der ideale Startpunkt für eine Wanderung im Ruhrtal.
- Schloss Wittringen
Eine kleine Wasserburg im Grünen, ein Museum zur Stadtgeschichte, Wege durch Wald und Wiesen: Schloss Wittringen ist das Ausflugsziel der Gladbecker.
- Schloss Strünkede
Stammsitz eines alten Adelsgeschlechts, heute Museum mitten in der Stadt: Schloss Strünkede ist das historische Herz von Herne.
- Schloss Hohenlimburg
Eine weitgehend erhaltene Höhenburg auf dem Schlossberg, Museum, Burghof und Blick über das Lennetal: Hohenlimburg zeigt, wie eine Burg über Jahrhunderte bewohnt blieb.
Fragen und Antworten
- Welche Burg im Ruhrgebiet hat die beste Aussicht?
- Die Hohensyburg in Dortmund liegt hoch über dem Zusammenfluss von Ruhr und Lenne und dem Hengsteysee. Auch von Burg Blankenstein in Hattingen und von Schloss Hohenlimburg in Hagen blicken Sie weit über die Täler. Alle drei lassen sich gut mit einer Wanderung verbinden.
- Gibt es im Ruhrgebiet Wasserschlösser?
- Ja, vor allem im nördlichen Ruhrgebiet und im Übergang zum Münsterland. Bekannt sind Schloss Herten, Schloss Strünkede in Herne, Schloss Wittringen in Gladbeck, Schloss Berge in Gelsenkirchen, Schloss Lembeck in Dorsten und Haus Kemnade an der Ruhr in Hattingen.
- Kann man Burgen im Ruhrgebiet mit Bus und Bahn erreichen?
- Viele Anlagen liegen in Stadtgebieten und sind mit dem Nahverkehr gut erreichbar. Für Ruinen auf Anhöhen brauchen Sie meist einen kurzen Fußweg ab der Haltestelle. Am Wochenende verbinden Ausflugsbusse und Radwege entlang der Ruhr mehrere Ziele.
Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich, bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen. Fehler gefunden? Hinweis an die Redaktion.