Burgen nach Region

Burgen und Schlösser im Bergischen Land

Schloss Burg über der Wupper und die Residenzen der Herzöge von Berg: Burgen zwischen Solingen, Wuppertal und Oberberg.

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Schematische Übersicht, nicht maßstabsgetreu. Region antippen für alle Burgen.
Burgen in dieser Region

Burgen und Schlösser: Bergisches Land

Burg oder SchlossOrtTyp
Schloss BensbergBergisch GladbachSchloss / Residenz
Schloss BurgSolingenHöhenburg
Schloss HomburgNümbrechtHöhenburg
Schloss LüntenbeckWuppertalWasserburg / Wasserschloss

Grobe Einordnung nach heutigem Erscheinungsbild. Viele Anlagen wurden im Lauf der Jahrhunderte umgebaut, sodass mehrere Typen zutreffen können.

Ein Land, benannt nach seinen Grafen

Das Bergische Land liegt zwischen Ruhr, Rhein und Sieg, mit Städten wie Wuppertal, Solingen, Remscheid und Bergisch Gladbach und dem ländlichen Oberbergischen Kreis. Seinen Namen hat es von den Grafen von Berg, die im Hochmittelalter eine eigene Herrschaft aufbauten. 1380 wurden sie zu Herzögen erhoben. Ihr Territorium reichte vom Rhein bei Düsseldorf bis tief in das Bergland hinein.

Die Landschaft ist hügelig, von tiefen Bachtälern durchzogen und reich an Wasser. Talsperren, Hammerwerke und Fachwerkorte mit Schieferfassaden prägen das Bild. Burgen entstanden hier vor allem auf Bergspornen über den Flusstälern, Wasserburgen in den Talauen und am Rand zum Rheinland.

Schloss Burg an der Wupper

Schloss Burg in Solingen ist die bekannteste Burg der Region und eine der größten Burganlagen in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt auf einem Bergsporn hoch über der Wupper. Im 12. Jahrhundert ließen die Grafen von Berg die Burg errichten, sie wurde für lange Zeit ihre Residenz. Später verlegten die Landesherren ihren Hof nach Düsseldorf, die Burg verlor an Bedeutung und verfiel.

Ab dem späten 19. Jahrhundert setzte sich ein Verein für den Wiederaufbau ein. Was heute zu sehen ist, verbindet mittelalterliche Reste mit Rekonstruktionen, die das Bild einer Ritterburg im Sinne der Zeit formen sollten. Im Inneren zeigt ein Museum Räume, Waffen und Ausstellungen zur Geschichte des Bergischen Landes. Unterhalb liegt der Ort Unterburg mit Fachwerkhäusern an der Wupper. Mit der Seilbahn, wenn sie in Betrieb ist, oder über einen Fußweg kommen Sie zwischen Tal und Burg hin und her.

Weitere Schlösser im Bergischen

Schloss Bensberg in Bergisch Gladbach ist ein barockes Jagdschloss, das Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz, im Rheinland als Jan Wellem bekannt, im frühen 18. Jahrhundert errichten ließ. Die Anlage über der Stadt wird heute als Hotel genutzt. In der Nähe steht das Alte Schloss Bensberg, das zum Rathaus umgebaut wurde.

Schloss Homburg bei Nümbrecht im Oberbergischen Kreis ist eine Höhenburg, die zum Schloss ausgebaut wurde. Sie beherbergt das Museum des Oberbergischen Landes und ist von Wanderwegen umgeben. Schloss Lüntenbeck in Wuppertal-Vohwinkel ist ein kleines Wasserschloss mit Wirtschaftsgebäuden, das für Märkte und Veranstaltungen genutzt wird.

Zur Region gehören außerdem zahlreiche Rittersitze und Wasserhäuser, die meist privat bewohnt sind und nur von außen gesehen werden können. Ruinen liegen versteckt in den Wäldern über den Tälern.

Die Grafen und Herzöge von Berg in Kürze

Die Grafen von Berg hatten ihren ersten Sitz auf einer Burg im Tal der Dhünn bei Odenthal. Im 12. Jahrhundert überließen sie diese Anlage Zisterziensermönchen, die dort das Kloster Altenberg gründeten. Der Altenberger Dom ist bis heute eines der bekanntesten Bauwerke der Region. Die Grafen selbst zogen auf die neue Burg über der Wupper, das heutige Schloss Burg.

Ein Wendepunkt war die Schlacht bei Worringen 1288. Graf Adolf V. von Berg stand auf der Siegerseite gegen den Erzbischof von Köln und verlieh im selben Jahr dem Dorf Düsseldorf die Stadtrechte. Düsseldorf wurde später zur Hauptstadt des Landes, die Burg an der Wupper verlor an Gewicht. 1380 wurde Berg Herzogtum, im 16. Jahrhundert war es mit Jülich und Kleve in einer Hand vereint. Unter Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz erlebte der Düsseldorfer Hof um 1700 eine Blütezeit. Nach der napoleonischen Zeit, in der ein Großherzogtum Berg bestand, kam das Gebiet 1815 an Preußen.

Für Besucher heißt das: Wer die Geschichte des Bergischen Landes verstehen will, sollte neben Schloss Burg auch einen Blick auf Altenberg und auf die Spuren der Residenz in Düsseldorf werfen.

Ausflugsideen für einen Tag

  • Solingen-Burg: Schloss Burg mit Museum, Mittagspause in Unterburg und ein Abschnitt auf dem Wanderweg an der Wupper. Bei guter Kondition lässt sich das mit der Müngstener Brücke, der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands, verbinden.
  • Bergisch Gladbach: Schloss Bensberg von außen, Altes Schloss und Altstadt zu Fuß.
  • Oberbergisches Land: Schloss Homburg mit Museum, dazu eine Runde im Wald und ein Abstecher zu einer der Talsperren.

Gut zu wissen vor dem Besuch

Rund um Schloss Burg ist es an schönen Wochenenden voll. Wer Ruhe sucht, kommt unter der Woche oder früh am Tag. Parkplätze am Schloss sind begrenzt, im Tal gibt es weitere. Die Wege zwischen Tal und Burg sind steil. Museumsöffnungszeiten, Seilbahnbetrieb und Eintritt ändern sich, deshalb lohnt der Blick auf die aktuellen Angaben des Betreibers.

Mehr zu Burgtypen und Begriffen wie Palas und Zwinger finden Sie im Burgenlexikon. Wie aus Burgen Schlösser wurden, erklärt der Bereich Mittelalter-Wissen. Die Nachbarregionen sind Rheinland und Eifel, das Ruhrgebiet und Sauerland und Siegerland.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Warum heißt das Bergische Land so?
Der Name geht auf die Grafen und späteren Herzöge von Berg zurück, die das Gebiet im Mittelalter beherrschten. Dass die Landschaft hügelig ist, passt gut zum Namen, ist aber nicht sein Ursprung.
Ist Schloss Burg eine echte mittelalterliche Burg?
Die Anlage geht auf das 12. Jahrhundert zurück und war lange Residenz der Grafen von Berg. Nach Jahrhunderten des Verfalls wurde sie ab dem späten 19. Jahrhundert wieder aufgebaut. Was Sie heute sehen, ist also eine Mischung aus mittelalterlicher Substanz und Rekonstruktion im Geist der Burgenromantik.
Wie kommt man am besten zu Schloss Burg?
Schloss Burg liegt im Solinger Stadtteil Burg an der Wupper. Mit dem Auto parken Sie im Ort oder oben am Schloss. Von Unterburg im Tal führt ein Fußweg hinauf, zeitweise auch eine Seilbahn. Ob die Seilbahn fährt, sollten Sie vor dem Besuch prüfen.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich, bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen. Fehler gefunden? Hinweis an die Redaktion.