Ruhrgebiet

Burg Blankenstein in Hattingen

Ein Turm hoch über der Ruhr, ein Burghof, ein kleiner historischer Ortskern: Burg Blankenstein ist der ideale Startpunkt für eine Wanderung im Ruhrtal.

Burg Blankenstein ist eine Höhenburg in Hattingen, die hoch über dem Ruhrtal auf einem Bergsporn steht. Die Grafen von der Mark ließen sie im 13. Jahrhundert errichten, erhalten sind Teile der Anlage und ein Turm, der heute als Aussichtsturm dient. Der Burghof ist frei zugänglich, der Turm öffnet zu bestimmten Zeiten, und unterhalb liegt der kleine historische Ortskern von Blankenstein.

Burg Blankenstein gehört zu den Höhenburgen im Süden des Reviers, die wir in der Übersicht Burgen und Schlösser im Ruhrgebiet zusammenfassen.

Ein Mord, eine Fehde, eine neue Burg

Die Geschichte von Burg Blankenstein beginnt mit einem der bekanntesten Kriminalfälle des westfälischen Mittelalters. Im Jahr 1225 wurde der Kölner Erzbischof Engelbert von Berg auf dem Weg durch das Gebiet um Gevelsberg überfallen und getötet. Als Drahtzieher galt sein Verwandter, Graf Friedrich von Isenberg. Friedrich wurde geächtet und hingerichtet, seine Stammburg, die Isenburg bei Hattingen, wurde zerstört.

Von diesem Machtwechsel profitierte Graf Adolf von der Mark. Er ließ auf einem Felsen über der Ruhr eine neue Burg errichten, nicht weit von der zerstörten Isenburg. Nach der Überlieferung verwendete man dafür auch Steine der alten Anlage. Blankenstein war damit eine Grenzburg der Grafschaft Mark gegen die Nachbarn im Westen und Süden.

Unterhalb der Burg entwickelte sich eine kleine Siedlung, die als Freiheit mit eigenen Rechten ausgestattet wurde. Solche Burgfreiheiten waren in der Grafschaft Mark verbreitet: Handwerker und Händler siedelten sich im Schutz der Burg an und versorgten die Besatzung.

Vom Wehrbau zum Aussichtsturm

Mit dem Ende der Fehdezeit verlor Burg Blankenstein ihre militärische Bedeutung. Die Anlage diente als Amtssitz, verfiel aber über die Jahrhunderte. Mauerteile wurden abgetragen, Gebäude verschwanden. Im 19. Jahrhundert, als Burgen wieder als romantische Zeugen der Vergangenheit geschätzt wurden, bekam der Turm seine heutige Gestalt und wurde zum Aussichtspunkt.

Der heutige Turm ist deshalb nicht in allen Teilen mittelalterlich. Er steht aber an einer Stelle, die schon für die Erbauer entscheidend war: Von hier aus überblickt man das Ruhrtal weit in beide Richtungen. Wie ein mittelalterlicher Hauptturm, der Bergfried, aufgebaut war und wozu er diente, erklären wir im Beitrag Was ist ein Bergfried?.

Was Sie heute sehen

Burghof und Mauern

Der Burghof ist frei zugänglich. Sie sehen Reste der Mauern und Gebäude, die einen Eindruck von der Größe der Anlage geben. Eine Burggaststätte nutzt einen Teil des Geländes, ihre Öffnungszeiten hängen vom Betrieb ab.

Der Turm

Der Turm ist das Wahrzeichen von Blankenstein. Wenn er geöffnet ist, führen Treppen nach oben zu einer Plattform mit Rundumblick über die Ruhr, die Wälder des Ruhrtals und bei klarem Wetter weit ins Revier. Die Treppe ist schmal, für Menschen mit Gehbehinderung ist der Aufstieg nicht geeignet.

Ortskern Blankenstein

Unterhalb der Burg liegt der historische Ortskern mit Fachwerkhäusern und engen Gassen. Er ist klein, aber stimmungsvoll und lädt zu einem kurzen Rundgang ein. Planen Sie ihn als Teil des Burgbesuchs ein.

Gethmannscher Garten

Gleich in der Nähe liegt der Gethmannsche Garten, ein Landschaftsgarten aus dem frühen 19. Jahrhundert, den ein Blankensteiner Kaufmann anlegen ließ. Wege, Aussichtspunkte und kleine Bauten führen über den Hang. Der Garten gilt als einer der frühen öffentlich zugänglichen Bürgergärten der Region und ergänzt den Burgbesuch ideal.

Besuch planen

Frage Kurz beantwortet
Lage Hattingen-Blankenstein, über dem Ruhrtal
Zugang Burghof frei, Turm zu bestimmten Zeiten
Dauer 30 bis 60 Minuten für Burg und Turm, mehr mit Garten und Ortskern
Barrierefreiheit Burghof mit Einschränkungen erreichbar, Turm nur über Treppen
Beste Zeit Klare Tage im Frühjahr und Herbst für die Fernsicht

Öffnungszeiten des Turms und der Gastronomie ändern sich. Wir nennen deshalb keine festen Zeiten oder Preise. Prüfen Sie die Angaben der Stadt Hattingen vor dem Besuch.

Anreise

Blankenstein ist mit Bussen aus der Hattinger Innenstadt und aus Bochum erreichbar. Mit dem Auto parken Sie im Ort, an Wochenenden kann es knapp werden. Besonders schön ist die Anreise zu Fuß oder mit dem Rad aus dem Ruhrtal: Der Ruhrtalradweg führt unterhalb vorbei, von dort steigen Wege zur Burg hinauf.

Wandern rund um Burg Blankenstein

Burg Blankenstein ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für Wanderungen. Drei Vorschläge:

  1. Kleine Runde: Burg, Turm, Ortskern und Gethmannscher Garten. Etwa eine Stunde, mit kurzen steilen Abschnitten.
  2. Ruhrtal-Runde: Von der Burg hinab an die Ruhr und flussabwärts in Richtung Haus Kemnade und Kemnader See. Rückweg auf der anderen Talseite oder mit dem Bus. Ein halber Tag.
  3. Burgen-Tour Hattingen: Burg Blankenstein, Haus Kemnade und die Ruine der Isenburg auf dem Isenberg verbinden. Eine längere Tagestour mit mehreren Anstiegen.

Haus Kemnade ist eine Wasserburg direkt an der Ruhr, nur wenige Kilometer entfernt. Wir stellen sie in einem eigenen Porträt vor: Wasserburg Haus Kemnade. Wer weitere Ruinen mit Aussicht sucht, findet sie in unserem Überblick Burgruinen in NRW zum Wandern, dort ist auch die Hohensyburg in Dortmund beschrieben.

Praktische Tipps für die Wanderung

  • Festes Schuhwerk tragen, die Wege an den Hängen sind steil und nach Regen rutschig.
  • Wasser mitnehmen, Einkehrmöglichkeiten sind nicht überall garantiert.
  • Für die Rückfahrt die Busverbindungen vorher prüfen, besonders am Wochenende.
  • Mit Hund: Leinenpflicht in Garten und Ortskern beachten.

Blankenstein und Isenburg: zwei Burgen, eine Geschichte

Wer die Geschichte verstehen will, sollte beide Orte sehen. Die Isenburg auf dem Isenberg in Hattingen ist heute eine Ruine im Wald, an der die Fundamente der zerstörten Burg freigelegt wurden. Blankenstein ist ihr Nachfolger, gebaut vom Gewinner der Fehde. Zwischen beiden liegt ein Stück Landesgeschichte: Die Grafen von der Mark stiegen in dieser Zeit zur führenden Macht an Ruhr und Lenne auf. Ein Zweig der Isenberger behauptete sich später in Limburg an der Lenne, heute Hohenlimburg in Hagen.

Blankenstein im Jahreslauf

Der Ort lohnt sich zu jeder Jahreszeit, bietet aber jeweils etwas anderes:

  • Frühjahr: Im Gethmannschen Garten und an den Hängen des Ruhrtals wird es grün, die Fernsicht ist oft klar.
  • Sommer: Der Ruhrtalradweg ist stark befahren, Blankenstein ist ein beliebter Zwischenstopp. Kommen Sie früh, wenn Sie den Turm in Ruhe besteigen möchten.
  • Herbst: Die Wälder im Ruhrtal färben sich, vom Turm sehen Sie ein buntes Tal. Für Fotografen die schönste Zeit.
  • Winter: Der Turm ist dann oft geschlossen, Burghof und Ortskern sind aber zugänglich und deutlich ruhiger.

Gut zu wissen

Blankenstein ist klein, und an schönen Wochenenden kommen viele Ausflügler gleichzeitig. Planen Sie den Turm, wenn er geöffnet ist, möglichst früh ein, oben ist der Platz begrenzt. Die Gassen im Ortskern sind teils steil und gepflastert, mit Kinderwagen oder Rollator brauchen Sie etwas Geduld. Wer mit dem Rad kommt, lässt es am besten unten an der Ruhr oder im Ort stehen und geht die letzten Meter zu Fuß.

Fazit

Burg Blankenstein ist ein kleines, aber lohnendes Ziel. Der Turm bietet eine der besten Aussichten im Ruhrtal, der Ortskern und der Gethmannsche Garten machen aus dem Besuch einen runden Ausflug. Wer Zeit hat, verbindet ihn mit einer Wanderung an die Ruhr und zu Haus Kemnade und erlebt so zwei sehr verschiedene Burgtypen an einem Tag.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Kann man den Turm von Burg Blankenstein besteigen?
Der Turm dient als Aussichtsturm und ist zu bestimmten Zeiten geöffnet, meist in der wärmeren Jahreszeit und an Wochenenden. Feste Zeiten nennen wir nicht, weil sie sich ändern. Prüfen Sie vor dem Besuch die Angaben der Stadt Hattingen oder des Betreibers vor Ort.
Warum wurde Burg Blankenstein gebaut?
Nach der Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert im Jahr 1225 wurde die Isenburg des beteiligten Grafen Friedrich von Isenberg zerstört. Graf Adolf von der Mark ließ danach in der Nähe Burg Blankenstein errichten, um seine Herrschaft an der Ruhr zu sichern. Nach der Überlieferung wurde dabei auch Material der zerstörten Isenburg verwendet.
Welche Wanderung lohnt sich ab Burg Blankenstein?
Beliebt ist der Abstieg ins Ruhrtal und ein Weg entlang des Flusses Richtung Haus Kemnade und Kemnader See. Wer es kürzer mag, verbindet Burg, Ortskern und den Gethmannschen Garten zu einer Runde von etwa einer Stunde. Die Wege sind teils steil, festes Schuhwerk ist sinnvoll.
Ist Burg Blankenstein mit Kindern geeignet?
Ja. Der Burghof ist überschaubar, der Turm ist für Kinder ein Erlebnis, und die Wege durch Garten und Wald sind abwechslungsreich. Bei Kinderwagen sollten Sie die steilen und teils gepflasterten Wege im Ortskern einplanen.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich, bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen. Fehler gefunden? Hinweis an die Redaktion.