Ausflüge zu Burgen

Burgruinen in NRW: die schönsten Ruinen zum Wandern

Ruinen mit Aussicht im Ruhrtal, im Siebengebirge, im Teutoburger Wald und im Sauerland, kombiniert mit kurzen und langen Wanderungen.

Die schönsten Burgruinen zum Wandern liegen in NRW dort, wo die Landschaft Höhe gewinnt: über dem Ruhrtal zwischen Dortmund und Hattingen, im Siebengebirge am Rhein, im Teutoburger Wald und im Sauerland. Klassiker sind die Hohensyburg, die Ruine Drachenfels und Burg Tecklenburg, weniger bekannte Ziele die Isenburg, Burg Hardenstein, Burg Blankenberg und Burg Ravensberg. Die meisten sind frei zugänglich und lassen sich mit kurzen Rundwegen oder einer Etappe eines Fernwanderwegs verbinden. Weitere Ausflugsideen finden Sie im Überblick Ausflüge zu Burgen.

Die Ruinen im Überblick

Ruine Ort Landschaft Charakter des Besuchs
Hohensyburg Dortmund Ruhrtal, Ardey Ruine mit Denkmälern und weitem Blick, auch per Auto erreichbar
Ruine Drachenfels Königswinter Siebengebirge, Rhein steiler Aufstieg oder Bergbahn, sehr beliebt
Burg Tecklenburg Tecklenburg Teutoburger Wald Ruine im Ortskern, verbindbar mit Waldwegen
Isenburg Hattingen Ruhrtal Waldruine über der Ruhr
Burg Hardenstein Witten Muttental, Ruhr kleine Ruine am Fluss, Bergbaugeschichte ringsum
Burg Volmarstein Wetter (Ruhr) Ruhrtal, Harkortsee Ruine auf einem Bergsporn über dem Tal
Godesburg Bonn Rheintal Bergfried mit Aussicht in Bad Godesberg
Burg Blankenberg Hennef (Sieg) Siegtal Ruine über einem mittelalterlichen Ortskern
Burg Ravensberg Borgholzhausen Teutoburger Wald Waldruine mit Turm
Ginsburg Hilchenbach Rothaargebirge Ruine mit wiederaufgebautem Turm

Wo die Ruinen im Gesamtverzeichnis stehen, zeigt das Burgenverzeichnis mit den Filtern nach Region und Burgtyp.

Ruhrgebiet und Ruhrtal

Hohensyburg

Die Hohensyburg im Süden Dortmunds ist die bekannteste Ruine des Ruhrgebiets. Auf dem Syberg stehen die Mauerreste der mittelalterlichen Burg, dazu das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und der Vincketurm. Der Blick reicht über das Ruhrtal und den Hengsteysee bis zur Mündung der Lenne.

Wer wandern möchte, startet unten am See und steigt durch den Wald hinauf. So wird aus dem Besuch ein Halbtagesausflug mit spürbarem Höhenunterschied. Oben gibt es Gastronomie, am Wochenende ist es entsprechend voll. Am frühen Morgen haben Sie die Ruine oft fast für sich.

Isenburg, Hardenstein und Volmarstein

Zwischen Hattingen und Wetter liegen mehrere kleinere Ruinen dicht beieinander. Die Isenburg steht im Wald auf dem Isenberg über der Ruhr bei Hattingen. Die Ruine ist weitläufig und wird von einem örtlichen Verein betreut. Burg Hardenstein liegt direkt an der Ruhr in Witten am Rand des Muttentals, das als Wiege des Ruhrbergbaus gilt. Ein Rundweg verbindet Spuren alter Stollen und Zechen mit der Ruine. Burg Volmarstein thront auf einem Sporn über dem Ruhrtal bei Wetter und bietet Ausblicke auf den Harkortsee.

Diese drei Ziele eignen sich für Wanderer, die Natur, Industriegeschichte und Mittelalter an einem Tag verbinden wollen. Die nahe Wasserburg Haus Kemnade und Burg Blankenstein ergänzen eine Tour durch das mittlere Ruhrtal.

Rheinland und Siebengebirge

Drachenfels

Die Ruine auf dem Drachenfels bei Königswinter gehört zu den meistbesuchten Ausflugszielen am Rhein. Der Berg ist gut 300 Meter hoch, der Blick reicht über den Strom, das Siebengebirge und bei klarer Sicht weit ins Rheinland. Hinauf führen mehrere Wege, darunter der steile Eselsweg aus der Altstadt von Königswinter. Wer den Aufstieg abkürzen möchte, nimmt die Drachenfelsbahn, eine Zahnradbahn mit langer Geschichte.

Auf halber Höhe liegt Schloss Drachenburg, ein Schloss aus dem späten 19. Jahrhundert. Ruine und Schloss zusammen sind ein guter Tagesausflug. Im Siebengebirge gibt es außerdem die Ruine der Löwenburg, die über längere Waldwege erreichbar ist und deutlich ruhiger ist als der Drachenfels.

Godesburg und Burg Blankenberg

Die Godesburg in Bonn-Bad Godesberg steht auf einem Hügel mitten im Stadtteil. Ihr Bergfried ist als Aussichtsturm zugänglich. Das ist eher ein kurzer Spaziergang als eine Wanderung, lässt sich aber mit einem Weg durch den Kurpark und am Rhein verbinden.

Burg Blankenberg liegt über dem Siegtal bei Hennef. Unterhalb der Ruine hat sich der kleine Ort Stadt Blankenberg mit Fachwerkhäusern und Resten der Stadtbefestigung erhalten. Wanderwege führen durch das Siegtal und über die Höhen, sodass sich eine längere Runde mit Ausblicken auf den Fluss ergibt.

Münsterland und Teutoburger Wald

Burg Tecklenburg

Burg Tecklenburg liegt am Nordrand des Münsterlands auf einem Kamm des Teutoburger Waldes. Von der einst mächtigen Burg der Grafen von Tecklenburg sind Mauern, Tor und Wälle erhalten, im Burggelände spielt im Sommer eine Freilichtbühne. Die Altstadt mit Fachwerkhäusern liegt direkt nebenan.

Für Wanderer ist Tecklenburg ein guter Ausgangspunkt. Der Hermannsweg, ein bekannter Kammweg durch den Teutoburger Wald, führt durch die Gegend, dazu gibt es örtliche Rundwege mit Ausblicken ins Münsterland.

Burg Ravensberg

Weiter östlich liegt Burg Ravensberg bei Borgholzhausen. Sie war Stammsitz der Grafen von Ravensberg, nach denen die gleichnamige Region um Bielefeld benannt ist. Die Ruine steht auf einer bewaldeten Kuppe, ein erhaltener Turm dient als Aussichtspunkt. Der Aufstieg ist kurz, die Wege in der Umgebung laden zu längeren Touren ein.

Sauerland und Siegerland

Im Sauerland sind viele Burgen erhalten oder wieder aufgebaut, echte Ruinen sind seltener. Die Schlossruine Arnsberg liegt auf dem Schlossberg über der Altstadt und ist mit einem Stadtrundgang leicht zu erreichen. Im Rothaargebirge bei Hilchenbach steht die Ginsburg, deren Turm wieder aufgebaut wurde. Sie liegt im Wald in der Nähe bekannter Fernwanderwege und eignet sich für eine Tour durch eine sehr ruhige Mittelgebirgslandschaft.

Welche Ruine passt zu welcher Tour?

Ihr Wunsch Passende Ziele
kurzer Spaziergang, wenig Steigung Godesburg, Schlossruine Arnsberg, Burg Tecklenburg
Aussicht mit Einkehr Hohensyburg, Drachenfels
Halbtagestour im Wald Isenburg, Burg Ravensberg, Burg Blankenberg
Natur und Industriegeschichte Burg Hardenstein im Muttental
ruhige Mittelgebirgstour Ginsburg, Löwenburg im Siebengebirge
Ausflug mit Kindern Hohensyburg, Drachenfels mit Bahn, Tecklenburg

Für Familien eignen sich Ruinen mit kurzem Aufstieg und Platz zum Toben. Mehr Tipps dazu stehen im Artikel Burgen mit Kindern. Im Herbst wirken viele Ruinen besonders stimmungsvoll, Vorschläge für die Jahreszeit finden Sie unter Burgen im Herbst.

Sicher und rücksichtsvoll unterwegs

Ruinen sind keine Spielplätze und keine Museen mit Aufsicht. Ein paar Regeln machen den Besuch sicher und schützen die Anlagen:

  • Feste Schuhe mit Profil tragen. Waldwege, Felsstufen und Mauerreste sind bei Nässe und Laub rutschig.
  • Auf den Wegen bleiben. Wer Abkürzungen über Wälle nimmt, beschädigt Bodendenkmäler und Vegetation.
  • Nicht auf Mauern klettern. Lose Steine können abbrechen, Mauerkronen sind oft nicht gesichert.
  • Absperrungen beachten. Sie schützen vor Steinschlag oder einsturzgefährdeten Bereichen.
  • Kinder an die Hand nehmen, wo es an Felskanten oder Mauern steil abwärts geht.
  • Gewölbe im Winter meiden. Viele Ruinen sind Winterquartier von Fledermäusen, die nicht gestört werden dürfen.
  • Nichts mitnehmen und nicht graben. Burgruinen und ihr Umfeld sind in der Regel Bodendenkmäler, Suchen mit Metallsonden ist ohne Genehmigung verboten.
  • Müll wieder mitnehmen und offenes Feuer unterlassen, besonders in trockenen Sommern.

Planung und Anreise

Die Ruinen im Ruhrtal und im Rheinland erreichen Sie gut mit Bus und Bahn, oft mit kurzen Fußwegen von der Haltestelle. Für Ruinen im Teutoburger Wald, im Sauerland und im Siegerland ist das Auto bequemer, an Wochenenden fahren Busse in ländlichen Gegenden seltener. Planen Sie Wanderungen so, dass Sie vor Einbruch der Dunkelheit zurück sind, im Wald wird es im Herbst und Winter früh dunkel.

Ruinen mit Gastronomie oder Bergbahn haben Betriebszeiten, die sich nach Saison richten. Die Ruine selbst ist meist rund um die Uhr zugänglich, Türme und Aussichtsplattformen dagegen oft nur zu bestimmten Zeiten. Ein Blick auf die Seite der Stadt oder des Trägervereins vor dem Start spart Enttäuschungen.

Wie Ruinen entstanden und warum viele Höhenburgen verfallen sind, erklärt das Mittelalter-Wissen. Die Begriffe Bergfried, Palas und Zwinger, denen Sie auf Infotafeln begegnen, finden Sie im Burgenlexikon.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Welche Burgruine in NRW hat die beste Aussicht?
Sehr bekannt ist der Blick vom Drachenfels über den Rhein, das Siebengebirge und bis nach Bonn und Köln. Die Hohensyburg bietet einen weiten Blick über das Ruhrtal und den Hengsteysee. Im Teutoburger Wald lohnt Burg Ravensberg, im Ruhrtal die Isenburg über Hattingen. Bei klarer Sicht nach einer Kaltfront sind die Fernblicke am besten.
Sind Burgruinen in NRW frei zugänglich?
Viele ja, besonders Ruinen auf öffentlichem Grund wie die Hohensyburg. Einige liegen aber auf Privatgelände, haben Öffnungszeiten oder sind wegen Sanierung und Steinschlaggefahr teilweise gesperrt. Absperrungen gelten auch dann, wenn sie alt aussehen. Prüfen Sie vor dem Besuch die Hinweise der Stadt oder des Trägers.
Kann man Burgruinen auch ohne Wanderung erreichen?
Bei einigen ja. Auf die Hohensyburg führt eine Straße mit Parkplätzen, auf den Drachenfels fährt die Drachenfelsbahn, Tecklenburg erreichen Sie über die Altstadt. Andere Ruinen wie Burg Hardenstein im Muttental oder Burg Ravensberg liegen im Wald und sind nur zu Fuß erreichbar, wenn auch oft über kurze Wege.
Was sollte man bei Wanderungen zu Burgruinen beachten?
Feste Schuhe mit Profil, denn Wege zu Höhenburgen sind steil, Mauerreste und Treppen bei Nässe rutschig. Klettern Sie nicht auf Mauerkronen, halten Sie Kinder an Abbruchkanten an der Hand und bleiben Sie auf den Wegen. Gewölbe dienen im Winter oft Fledermäusen als Quartier und sollten dann nicht betreten werden.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich, bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen. Fehler gefunden? Hinweis an die Redaktion.